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Deutschland und Österreich
Pellets aus Deutschland und Österreich
In Deutschland und Österreich sind Institutionen tätig, die Pelletstandards mitgestalten – unter anderem das DEPI als Mitherausgeber von ENplus sowie Stellen des DINplus-Systems. Das heißt nicht, dass jeder Sack aus diesen Ländern mustergültig ist – wir bewerten das konkrete Produkt, den Hersteller und die Charge.
Das Herkunftsland ist keine Qualitätsgarantie.
Wir bewerten das konkrete Produkt, den Hersteller und die Charge.
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Verfügbarkeit des Rohstoffs
Wald nimmt in Deutschland rund ein Drittel der Landesfläche ein – 11,5 Mio. ha, also 32 % von 35,8 Mio. ha[57]. Österreich ist zu 47,9 % bewaldet (4,02 Mio. ha laut Waldinventur 2016/21)[58]. In beiden Ländern ist die Rohstoffbasis groß, und Pellets entstehen vor allem aus Säge- und Hobelspänen der Holzindustrie sowie aus Stammholz – nur diese Rohstoffgruppen lässt die Klasse ENplus A1 zu[1].
Im letzten Jahrzehnt wurde das Holzangebot in Deutschland stark von Schäden geprägt: Stürme, die Dürrejahre 2018–2021 und Borkenkäfer-Massenvermehrungen. Die Fichtenfläche hat gegenüber der Inventur von 2012 um 17 % abgenommen, ihr Vorrat ist gegenüber der Kohlenstoffinventur 2017 um 220 Mio. m³ (−18,2 %) gesunken[57].
Typische Holzarten
Laut der vierten Bundeswaldinventur (BWI 2022) ist die Kiefer heute die häufigste Baumart in Deutschland (22 % der Fläche) und hat die Fichte (21 %) überholt. Es folgen Buche (17 %) und Eiche (12 %); die übrigen 28 % entfallen auf 47 weitere Baumarten. Die Fläche der Laubholzbestände hat um 7 % zugenommen[57]. In Österreich dominiert die Fichte – etwa 49 % des Ertragswaldes gegenüber über 56 % in den Jahren 1986–1990. Im letzten Jahrzehnt ist der Anteil reiner Nadelholzbestände um 6 % gesunken, der Anteil von Mischbeständen mit Laubholz um 6 % gestiegen[58].
| Kennzahl | Deutschland | Österreich |
|---|---|---|
| Bewaldungsanteil | ca. 32 % | 47,9 % |
| Waldfläche | 11,5 Mio. ha | 4,02 Mio. ha |
| Fichte | 21 % | ca. 49 % |
| Kiefer | 22 % | — |
| Buche | 17 % | — |
| Eiche | 12 % | — |
Deutschland: BWI 2022, Anteil an der Waldfläche[57]. Österreich: ÖWI 2016/21 (Bewaldungsanteil) und Zwischenergebnisse ÖWI 2016/18 (Fichte)[58].
Die Fichte ist in beiden Ländern nach wie vor eine der Hauptbaumarten, doch in Deutschland schwindet ihre Rolle im Wald, während Kiefer und Laubbaumarten zulegen. Mit der Zeit kann das die Rohstoffzusammensetzung in den Werken verändern – deshalb sollte sich die Angabe „Fichtenpellets“ auf die konkrete Charge beziehen und nicht aus Gewohnheit gemacht werden. Mehr zu diesem Rohstoff: Fichtenpellets.
Holzindustrie
Deutschland und Österreich verfügen über ein ausgebautes institutionelles Umfeld für feste Biobrennstoffe – in beiden Ländern sind Stellen tätig, die die Zertifizierung verwalten, sowie Inspektionsstellen (siehe unten). Zur Zahl der Pelletwerke, ihren Kapazitäten und ihrer Rohstoffstruktur liegen uns jedoch keine verifizierten Daten vorDaten noch zu verifizieren: Keine verifizierten Daten zur Pelletindustrie in Deutschland und Österreich, daher beschreiben wir die Größe der Branche nicht mit Zahlen.
Die Schäden in deutschen Wäldern bedeuteten in den letzten Jahren ein großes Angebot an Holz aus Fichtenbeständen. Holz aus Sanitärhieben ist nicht per se ein schlechterer Rohstoff, doch ENplus verbietet morschen, verunreinigten oder stark rindenhaltigen Rohstoff[1] – eine Kontrolle, die das Werk unabhängig vom Land durchführen muss.
Pelletexport
Pellets aus Deutschland und Österreich werden mitunter auch in Polen angeboten. Verifizierte Daten zu Exportmengen und zu dem Anteil, der nach Polen geht, haben wir nichtDaten noch zu verifizieren: Keine verifizierten Daten zum Pelletexport aus Deutschland und Österreich. Auch Preise vergleichen wir nicht, da uns keine Daten vorliegen, die wir seriös zitieren könnten.
Eine Handelsmarke, die mit Deutschland oder Österreich in Verbindung gebracht wird, bedeutet nicht zwingend ein Werk in diesen Ländern. Über den Abpackort gibt die Seriennummer auf dem ENplus-Sack Auskunft, die das abpackende Unternehmen, das Werk und das Datum identifiziert[2].
Verbreitung der Zertifizierung
ENplus und die Rolle des DEPI
Das Dokument ENplus ST 1001 wird gemeinsam von Bioenergy Europe und dem Deutschen Pelletinstitut (DEPI) herausgegeben. Außerhalb Deutschlands verwaltet Bioenergy Europe, vertreten durch den European Pellet Council, das Schema; in Deutschland ist das DEPI die verwaltende Stelle und übernimmt dort auch die Funktion der Zertifizierungs- und Inspektionsstelle[1]. In Österreich ist proPellets Austria nationaler Lizenzgeber[9]. Unternehmen aus beiden Ländern findet man im selben ENplus-Register, mit den Präfixen DE und AT[3].
DINplus
Das zweite eng mit dieser Region verbundene Zertifizierungssystem ist DINplus – eine Zertifizierung von DIN CERTCO (TÜV-Rheinland-Gruppe) für die Klasse A1 nach DIN EN ISO 17225-2 mit jährlicher Produktionsinspektion, Probenahme und verpflichtender Eigenüberwachung. Holzforschung Austria wirkt darin als externe Inspektionsstelle mit[28]. Die DINplus-Anforderungen entsprechen grundsätzlich weitgehend ENplus A1 (u. a. mechanische Festigkeit ≥ 98,0 %, Feinanteil ≤ 0,5 % in Kleingebinden)[29], das vollständige Programmdokument konnten wir jedoch nicht abrufenDaten noch zu verifizieren: Programmdokument DINplus bei der Prüfung nicht verfügbar; Werte indirekt bestätigt. Ein DINplus-Zertifikat wird in der Datenbank von DIN CERTCO geprüft[30].
Welches System die Hersteller in Deutschland und Österreich häufiger nutzen, wissen wir nichtDaten noch zu verifizieren: Keine Daten zum Anteil von ENplus und DINplus an der deutschen und österreichischen Produktion.
Logistik nach Polen
Deutschland grenzt im Westen an Polen; aus Österreich führt der Weg durch Tschechien oder die Slowakei. Alle diese Länder sind EU-Mitglieder, der Transport erfolgt also ohne Zollabfertigung. Im Großhandel werden Komplettladungen (in der Handelspraxis etwa 22–24 t), Sackware auf Paletten, Big Bags oder lose Ware transportiert. Für Abnehmer im Osten Polens ist der Weg lang, was die Bedeutung der mechanischen Festigkeit erhöht. Frachtkosten und Transportzeiten nennen wir nicht.
In Polen in Verkehr gebrachte Pellets müssen die polnischen Qualitätsanforderungen erfüllen[36], unabhängig vom Herstellungsland.
Mögliche Risiken
- Der „Normenland“-Effekt. Der Ruf eines Landes wird gern auf jedes Produkt mit deutscher Aufschrift übertragen. Ein Qualitätsnachweis ist das nicht.
- Zeichenmissbrauch. Gefälschte ENplus-Kennzeichnungen auf Säcken und gefälschte Zertifikate kommen in ganz Europa vor[6]. Ein Sack „mit deutschem Zertifikat“ muss wie jeder andere im Register geprüft werden.
- Veränderter Rohstoff. Der sinkende Fichtenanteil und die Waldschäden können den Rohstoff in den Werken verändern.
- Langer Weg und Umschläge – Risiko eines höheren Staubanteils bei Pellets mit geringerer Festigkeit.
Warum Sie den konkreten Hersteller prüfen sollten
Das Herkunftsland ist keine Qualitätsgarantie – wir bewerten das konkrete Produkt, den Hersteller und die Charge. Ein gut organisiertes Zertifizierungssystem erleichtert die Prüfung, ersetzt sie aber nicht. Prüfen Sie den Status des ENplus-Zertifikats im Register bzw. von DINplus in der Datenbank von DIN CERTCO, gleichen Sie die Angaben auf dem Sack mit dem Register ab, fordern Sie einen aktuellen Prüfbericht an und vergleichen Sie die folgenden Chargen.
Häufige Fragen
Sind Pellets aus Deutschland oder Österreich die besten?
Auf Länderebene lässt sich das nicht feststellen. In beiden Ländern arbeiten erfahrene Zertifizierungs- und Forschungseinrichtungen, doch die Qualität hängt vom jeweiligen Werk, Rohstoff und der Charge ab. Produkte aus Deutschland und Österreich werden genauso bewertet wie alle anderen: anhand eines im Register geprüften Zertifikats und eines Prüfberichts.
ENplus oder DINplus – welches Zertifikat ist besser?
Beide beruhen auf der Klasse A1 nach ISO 17225-2 und ergänzen sie um eigene Anforderungen und eine Produktionsüberwachung. Sie unterscheiden sich in Details und im Umfang (ENplus umfasst auch die Klassen A2 und B sowie Händler). Wichtiger als die Wahl des Systems ist, ob das Zertifikat gültig ist – ENplus prüfen Sie im ENplus-Register, DINplus in der Datenbank von DIN CERTCO.
Quellen und Fußnoten
Vollständige Quellenliste und redaktionelle Grundsätze- [1]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).
- [2]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Abschnitt 7.2.3, Tabelle 3 – Pflichtangaben auf dem Sack.
- [3]
ENplus® — Herstellerdatenbank (Producer database) (öffnet in einem neuen Tab)
European Pellet CouncilRegisterabgerufen am 11.9.2026
Suche nach Name, Land und Status (aktiv / ausgesetzt / beendet). Hersteller haben die Nummern XX 001–299.
- [6]
ENplus® Fraud Management — Umgang mit Markenmissbrauch (öffnet in einem neuen Tab)
European Pellet CouncilZertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Über 1.500 Missbrauchsfälle seit 2014; rund 20 % betreffen gefälschte ENplus-Kennzeichnungen auf Säcken, 14 % gefälschte Zertifikate.
- [9]
ENplus® — nationale Partner (National Licensers) (öffnet in einem neuen Tab)
European Pellet CouncilZertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
- [28]
Holzforschung AustriaZertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
DINplus ist eine Zertifizierung von DIN CERTCO (TÜV-Rheinland-Gruppe) für die Klasse A1 nach DIN EN ISO 17225-2 mit jährlicher Inspektion und Eigenüberwachung.
- [29]
Certification Scheme „Wood Pellets Class A1 – DINplus” (öffnet in einem neuen Tab)
DIN CERTCOZertifizierungssystem noch zu verifizierenabgerufen am 11.9.2026
Das Dokument war zum Zeitpunkt der Prüfung nicht abrufbar; die Werte (u. a. Festigkeit ≥ 98,0 %, Feinanteil ≤ 0,5 % bei Sackware) wurden indirekt bestätigt.
- [30]
DIN CERTCO — Zertifikatsdatenbank (öffnet in einem neuen Tab)
DIN CERTCO / TÜV RheinlandRegister noch zu verifizierenabgerufen am 11.9.2026
- [36]
Minister Klimatu i Środowiskain Kraft seit 24.05.2025Rechtsaktabgerufen am 11.9.2026
Gilt für Pellets und Briketts für Privathaushalte und Anlagen unter 1 MW.
- [57]
BMEL / Thünen-Institut10.2024Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
- [58]
Österreichische Waldinventur — Ergebnisse (Pressemitteilung) (öffnet in einem neuen Tab)
BFW — Bundesforschungszentrum für Wald20.07.2022Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.
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