Asche
Aschegehalt von Pellets
Der Aschegehalt gibt an, wie viel unbrennbarer Rückstand von jeder Tonne Brennstoff übrig bleibt. Er ist einer der am leichtesten verständlichen Parameter – und einer der am häufigsten überschrittenen.
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Was ist Asche?
Asche ist der unbrennbare, mineralische Rückstand, der nach vollständiger Verbrennung des Brennstoffs übrig bleibt. In Holzpellets hat sie zwei Quellen: mineralische Bestandteile, die der Baum aus dem Boden aufgenommen hat, und Verunreinigungen, die unterwegs in den Rohstoff gelangt sind – Sand, Erde oder kleine Steine. ISO 16967 beschreibt die Bestimmung der wichtigsten aschebildenden Elemente in festen Biobrennstoffen: Aluminium, Calcium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalium, Silicium, Natrium und Titan[25].
Der Aschegehalt wird in Massenprozent, wasserfrei (Ergebnis umgerechnet auf Brennstoff ohne Wasser. Die polnische Verordnung definiert diesen Zustand als Trocknung über mehr als 2 Stunden bei 105–110 °C.), angegeben und nach ISO 18122 bestimmt[1],[16]. So hängt das Ergebnis nicht davon ab, wie viel Wasser die Probe zum Zeitpunkt der Analyse enthielt[36].
Asche ist im Baum nicht gleichmäßig verteilt. In finnischen Messungen an Birke, Kiefer, Fichte und Espe enthielt Stammholz im Mittel 0,46 % Asche, Rinde 2,97 %, Äste mit Rinde 1,52 % und Blätter 4,97 %[44]. Das FAO-Handbuch nennt für Nadelholzrinde typischerweise 4 % (Bereich 2–6 %) und für Laubholzrinde 5 % (Bereich 2–10 %)[45]. Deshalb lässt ENplus in Klasse A1 ausschließlich Stammholz und chemisch unbehandelte Reststoffe der Holzindustrie zu und verbietet in allen Klassen Rohstoff mit hohem Rindenanteil[1].
Warum wenig Asche wichtig ist
Asche liefert keine Energie, beeinflusst den Kesselbetrieb aber auf drei Arten.
- Reinigung. Mehr Asche heißt: Aschebehälter öfter leeren, Brenner und Wärmetauscher öfter reinigen. Bei Kesseln mit automatischer Entaschung füllt sich der Aschebehälter schneller.
- Brenner und Wärmeübertragung. Asche sammelt sich auf dem Rost und im Brennraum. Verdeckt sie die Luftöffnungen, wird die Verbrennung instabiler. Ablagerungen an den Wänden des Wärmetauschers behindern die Wärmeübertragung an das Kesselwasser.
- Emissionen. Ein Teil der mineralischen Bestandteile bleibt nicht im Aschebehälter, sondern entweicht mit dem Abgas als Feinstaub. Sauberer Brennstoff mit wenig mineralischen Bestandteilen erleichtert niedrige Emissionen.
Anforderungen: ENplus, ISO und Verordnung
Der Aschegehalt ist der Parameter, der die Qualitätsklassen am deutlichsten voneinander trennt. Die ENplus-Grenzwerte sind in der geltenden 2. Ausgabe von ST 1001 dieselben wie in Ausgabe 1[1]. Die polnische Verordnung von 2025 übernimmt diese Werte für Pellets der Klassen A1 und A2, sieht aber keine Klasse B vor[36].
| Klasse | ENplus | Dz.U. 2025 poz. 618 | ISO 17225-2 (FDIS) |
|---|---|---|---|
| A1 | ≤ 0,70 | ≤ 0,70 | ≤ 0,7 |
| A2 | ≤ 1,20 | ≤ 1,20 | ≤ 1,2 |
| B | ≤ 2,00 | — | ≤ 2,0 |
Quellen: ENplus ST 1001:2022 (2. Ausgabe), Tabelle 4[1]; Dz.U. 2025 poz. 618, Tabellen 2 und 3 des Anhangs[36]; ISO 17225-2 – Werte aus dem FDIS-Entwurf[12]. Zum Vergleich: Briketts dürfen nach der Verordnung bis zu 3,00 % Asche enthalten.
Wie viel Kilogramm pro Tonne?
Prozentwerte lassen sich leicht in Masse umrechnen: 1 % Asche entspricht 10 kg Asche je Tonne Brennstoff im wasserfreien Zustand. Die Grenze der Klasse A1 liegt also bei rund 7 kg, die der Klasse A2 bei 12 kg und die der Klasse B bei 20 kg je Tonne[1]. Die Skala unten zeigt die Klassengrenzen und die Umrechnung in Kilogramm.
Skala des Aschegehalts
Massen-%, wasserfrei
A1 ≤ 0,70
A2 ≤ 1,20
B ≤ 2,00
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
kg/t
5 kg
10 kg
15 kg
20 kg
25 kg
- innerhalb von A1
- A2
- B
- außerhalb der ENplus-Klassen
| Aschegehalt | kg aus 1 t | kg aus 5 t |
|---|---|---|
| 0,30 % | 3 | 15 |
| 0,50 % | 5 | 25 |
| 0,70 % (Grenze A1) | 7 | 35 |
| 1,20 % (Grenze A2) | 12 | 60 |
| 2,00 % (Grenze B) | 20 | 100 |
Berechnung der Redaktion. Ein Verbrauch von 5 t pro Heizsaison ist ein Beispielwert und nicht für jedes Haus typisch. Die Massen beziehen sich auf den Brennstoff im wasserfreien Zustand.
Pellets kauft man im Anlieferungszustand, also einschließlich Wasser. Bei 8 % Wassergehalt enthält eine Tonne gekaufter Brennstoff 920 kg Trockenmasse; Asche an der A1-Grenze ergibt daraus rund 6,4 kg (0,70 % × 0,92). Der Unterschied ist gering, zeigt aber, warum man bei jedem Ergebnis wissen muss, auf welchen Bezugszustand es sich bezieht. Im Aschebehälter findet sich mitunter auch mehr Masse, als die Analyse erwarten lässt – bei unvollständiger Verbrennung kommt unverbrannter Kohlenstoff zur Asche hinzu.
Welcher Wert ist sehr gut?
Der Grenzwert von 0,70 % ist die Obergrenze der Klasse A1, kein typischer Wert. Sauberes Holz enthält meist deutlich weniger Asche. Das FAO-Handbuch nennt unter Berufung auf die typischen Werte der CEN/TS 14961 für Nadel- und Laubholz typischerweise 0,3 % (Bereich 0,2–0,5 %)[45]. Die finnische VTT-Studie gibt für entrindetes Stammholz meist 0,3–0,7 % an, für entrindete Kiefernsägespäne nur 0,08 %[44]. Dieselben Daten zeigen, dass Laubbäume mehr Asche enthalten als Nadelbäume[44].
Der Entwurf der Norm ISO 17225-2 (FDIS) enthielt die Empfehlung, in häuslichen Öfen Pellets mit einem Aschegehalt unter 0,5 % einzusetzen[12]Daten noch zu verifizieren: Die Empfehlung stammt aus dem FDIS-Entwurf; der Wortlaut in der veröffentlichten Norm ISO 17225-2:2021 ist noch nicht bestätigt.. Eine vernünftige Einordnung für die Praxis:
- deutlich unter 0,5 % – sehr gutes Ergebnis, typisch für sauberes Stammholz und Sägespäne;
- 0,5–0,70 % – weiterhin Klasse A1, aber näher an der Grenze; mehr Reinigungsaufwand, besonders bei kleinen Öfen;
- über 0,70 % – die Pellets erfüllen die A1-Anforderungen nicht, unabhängig davon, was auf dem Sack steht.
Aschemenge und Ascheverhalten
Der Aschegehalt sagt, wie viel Asche entsteht, aber nicht, wie sie sich im Brenner verhält. Zwei Pellets mit ähnlichem Aschegehalt können ein völlig anderes Bild ergeben: Die einen hinterlassen helle, lockere Asche, die anderen harte, glasige Brocken, also Schlacke (Zusammengebackene, teilweise geschmolzene Aschebrocken, die im Brenner entstehen. Sie behindern die Luftzufuhr und die Entaschung.). Entscheidend ist die chemische Zusammensetzung der Asche, beschrieben durch das Ascheschmelzverhalten. ENplus verlangt eine Ascheerweichungstemperatur von mindestens 1200 °C in Klasse A1 und 1100 °C in den Klassen A2 und B[1].
01
Hell, locker, fein
Typisches Bild bei gut passendem Brennstoff und richtigen Einstellungen. Die Asche lässt sich leicht entfernen und bildet keine Brocken.
02
Dunkel, mit Unverbranntem
Schwarze Partikel sind unverbrannter Kohlenstoff. Häufige Ursachen: zu wenig Luft, eine zu hohe Brennstoffzufuhr, feuchter Brennstoff oder ein verschmutzter Brenner.
03
Schlacke und Brocken
Harte, glasige Klumpen. Sie deuten auf eine Asche mit niedriger Schmelztemperatur hin – häufige Ursache sind mineralische Verunreinigungen im Rohstoff (Sand, Erde) – oder auf einen überhitzten Brenner.
Schematische Darstellung. Farbe und Struktur der Asche hängen auch vom Kessel und seinen Einstellungen ab – ein Blick in den Aschebehälter hilft, ersetzt aber keine Laboranalyse.
So prüfen Sie den Aschegehalt
- Prüfbericht. Achten Sie auf ein nach ISO 18122 bestimmtes Ergebnis mit dem Hinweis, dass es sich auf den wasserfreien Zustand bezieht, sowie auf Datum und Namen des Labors[16]. Mehr zum Lesen von Prüfberichten finden Sie im Bereich Laboranalysen.
- ENplus-Sack. Gibt der Hersteller auf dem Sack Brennstoffeigenschaften an, müssen es die Grenzwerte aus der ENplus-Tabelle oder strengere Werte sein, die durch Laborergebnisse im Rahmen des Systems belegt sind[2].
- Eigene Beobachtung. Vergleichen Sie die Aschemenge aufeinanderfolgender Lieferungen bei unveränderten Kesseleinstellungen. Ein plötzlicher Anstieg ist ein Anlass, den Lieferanten nach den Analyseergebnissen der Charge zu fragen.
Häufige Fragen
Wie viel Asche bleibt von einer Tonne Pellets übrig?
Jedes 1 % Asche entspricht 10 kg je Tonne Brennstoff, bezogen auf den wasserfreien Zustand. Der Grenzwert der Klasse A1 (0,70 %) bedeutet also höchstens rund 7 kg je Tonne, bei Klasse A2 sind es 12 kg, bei Klasse B 20 kg. Sauberes Holz enthält meist deutlich weniger Asche: Das FAO-Handbuch (nach CEN/TS 14961) nennt für Nadel- und Laubholz einen typischen Wert von etwa 0,3 %, also rund 3 kg je Tonne; finnische VTT-Messungen an Stammholz von Birke, Kiefer, Fichte und Espe ergaben im Mittel 0,46 %, also rund 4,6 kg je Tonne. Es handelt sich um zwei verschiedene Datensätze, nicht um widersprüchliche Ergebnisse.
Sind Pellets umso besser, je weniger Asche sie enthalten?
Weniger Asche bedeutet seltener reinigen und weniger Ablagerungen, ist aber nicht das einzige Kriterium. Es kommt auch auf die Zusammensetzung der Asche an: Pellets mit ähnlichem Aschegehalt können in einem Kessel lockere Asche hinterlassen und in einem anderen Schlacke bilden. Deshalb lohnt sich auch ein Blick auf die Ascheerweichungstemperatur.
Haben Laubholzpellets mehr Asche als Nadelholzpellets?
Finnische Messdaten zeigen, dass Laubbäume in der Regel mehr Asche enthalten als Nadelbäume. Größere Unterschiede entstehen jedoch durch den Anteil an Rinde und mineralischen Verunreinigungen im Rohstoff als durch die Holzart selbst. Beurteilen sollte man deshalb immer das konkrete Produkt.
Quellen und Fußnoten
Vollständige Quellenliste und redaktionelle Grundsätze- [1]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).
- [2]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Abschnitt 7.2.3, Tabelle 3 – Pflichtangaben auf dem Sack.
- [12]
ISO / AIEL2020Norm noch zu verifizierenabgerufen am 11.9.2026
Werte aus dem FDIS-Entwurf; vor der Veröffentlichung exakter ISO-Werte sind diese in einem erworbenen Exemplar der Norm zu bestätigen.
- [16]
ISO 18122:2022 Solid biofuels — Determination of ash content (öffnet in einem neuen Tab)
ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
- [25]
ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
- [36]
Minister Klimatu i Środowiskain Kraft seit 24.05.2025Rechtsaktabgerufen am 11.9.2026
Gilt für Pellets und Briketts für Privathaushalte und Anlagen unter 1 MW.
- [44]
VTT Technical Research Centre of Finland2016Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
- [45]
Krajnc N., Wood Fuels Handbook (öffnet in einem neuen Tab)
FAO2015Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
Tabelle 10 – typische Werte nach CEN/TS 14961:2010.
- [47]
Environmental Science and Pollution Research 31:33942–339592024Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
30 Pelletproben vom polnischen Markt; 10 erfüllten die Anforderungen an Festigkeit und/oder Feinanteil nicht.
Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.
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