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Feinanteil

Feinanteil in Pellets

Etwas Staub am Sackboden überrascht niemanden. Doch Staub ist nicht nur eine Frage der Optik – er verändert die Dosierung, stört die Verbrennung und zeigt, wie die Pellets den Weg zum Kunden überstanden haben.

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Was ist Feinanteil?

Als Feinanteil (Anteil des Brennstoffs, der durch ein Sieb mit 3,15-mm-Rundlöchern fällt – Staub, Krümel und Pelletbruchstücke (engl. fines).) gilt alles, was durch ein Sieb mit 3,15-mm-Rundlöchern fällt: Holzstaub, Krümel und Bruchstücke von Pellets. Die Maße beziehen sich auf Siebe mit Rundlöchern nach ISO 3310-2[1]. Das Ergebnis wird in Massenprozent im Anlieferungszustand angegeben.

ENplus unterscheidet zusätzlich den groben Pelletbruch (CPF) (Pelletbruchstücke von 3,15–5,6 mm – kein Staub mehr, aber auch keine vollwertigen Pellets (engl. coarse pellet fines, CPF).) (engl. coarse pellet fines) – Stücke mit einer Größe von 3,15 bis 5,6 mm. Dafür gibt es keinen Grenzwert, der Wert muss aber angegeben werden[1]. Das ist eine nützliche Information: Ein hoher Anteil solcher Bruchstücke zeigt, dass die Pellets brechen, auch wenn noch wenig Staub vorhanden ist.

Anforderungen und Messpunkt

Beim Feinanteil zählt nicht nur der Wert, sondern auch, wo er gemessen wurde. Staub entsteht bei jedem Umschlag, deshalb knüpft ENplus die Grenzwerte an einen bestimmten Punkt in der Lieferkette[1].

Feinanteil < 3,15 mm – Anforderungen (Massenprozent, Anlieferungszustand)
Dokument und LieferformA1A2BMesspunkt
ENplus – lose Ware≤ 1,0≤ 1,0≤ 1,0am Werkstor oder bei der Verladung in Big Bags und Silofahrzeuge für Endkunden
ENplus – Sackware≤ 0,5≤ 0,5—am Werkstor, beim Abfüllen der Säcke
ENplus – grober Pelletbruch (CPF) 3,15–5,6 mmangebenangebenangebenwie oben
Dz.U. 2025 poz. 618≤ 1,00≤ 1,00—die Verordnung legt weder einen Messpunkt noch einen eigenen Grenzwert für Sackware fest
ISO 17225-2 (FDIS)≤ 1,0≤ 1,0≤ 1,0letzter Verladepunkt für lose Ware und Absacken

Quellen: ENplus ST 1001:2022 (2. Ausgabe), Tabelle 4 und Fußnoten[1]; Dz.U. 2025 poz. 618[36]; ISO 17225-2 – Werte aus dem FDIS-Entwurf[12].

Der eigene, strengere Grenzwert von 0,5 % für Sackware ist eine ENplus-Anforderung – weder die polnische Verordnung noch der ISO-Normentwurf sehen ihn vor[36],[12]Daten noch zu verifizieren: Die Werte der ISO 17225-2 stammen aus dem FDIS-Entwurf und sind in der veröffentlichten Norm noch zu bestätigen.. Für Klasse B legt ENplus keinen Grenzwert für Sackware fest[1].

Die Umrechnung in Masse ist einfach: 1 % je Tonne entspricht 10 kg Staub, 0,5 % in einem 15-kg-Sack (als Beispiel) 75 g.

Verfahren: ISO 5370 statt ISO 18846

Der Feinanteil wird bestimmt, indem man die Probe siebt und den Siebdurchgang wiegt. Maßgeblich ist die Norm ISO 5370:2023 – sie hat die zurückgezogene ISO 18846:2016 ersetzt[19]. Diese Änderung wurde in die 2. Ausgabe von ENplus ST 1001 übernommen: Das Prüfverfahren für den Feinanteil wurde von ISO 18846 auf ISO 5370 umgestellt, und die frühere „grobe Fraktion“ heißt nun grober Pelletbruch (engl. coarse pellet fines, CPF). Die Grenzwerte selbst haben sich nicht geändert[1].

Folgen für Förderschnecke und Brenner

  • Dosierung. Die Förderschnecke transportiert ein bestimmtes Brennstoffvolumen. Staub füllt die Zwischenräume zwischen den Pellets und verändert die Brennstoffmasse je Portion und damit die Energiemenge, die dem Brenner zugeführt wird. Einstellungen, die auf sauberen Pellets beruhen, passen dann nicht mehr.
  • Vorratsbehälter und Schnecke. Staub setzt sich am Boden des Vorratsbehälters und im Schneckenkanal ab. Er kann verdichtete Schichten bilden, hängen bleiben und das Nachrutschen der Pellets behindern, im Extremfall sogar die Förderschnecke blockieren.
  • Brenner. Feine Partikel verbrennen anders als Pellets: schneller und teilweise im Flug. Ein Teil wird von der Luft mitgerissen, bevor er verbrennt, ein anderer Teil bedeckt die Brennschale und behindert die Luftzufuhr. Die Folge sind oft eine instabile Flamme, mehr unverbrannte Partikel in der Asche und mehr Staub im Abgas.

Warum unterwegs Staub hinzukommt

Pellets, die das Werk mit wenig Staub verlassen, kommen nicht unbedingt im selben Zustand im Heizraum an. Jeder Vorgang – Umfüllen ins Silofahrzeug, Erschütterungen beim Transport, Umschlag der Paletten, Einblasen ins Lager und am Ende die Förderschnecke – reibt die Pellets ab. Wie viel Staub dabei entsteht, hängt von der mechanischen Festigkeit ab, die nach ISO 17831-1 geprüft wird[18], und vom Umgang mit dem Brennstoff.

Deshalb ergibt eine Messung des Feinanteils beim Endkunden in der Regel einen höheren Wert als am Werkstor. Die aktuelle ENplus-Tabelle hat keine eigene Spalte für die Anlieferung beim Kunden – der Grenzwert für lose Ware gilt am Werkstor oder bei der Verladung für Endkunden[1]. In einer Untersuchung von 30 Proben vom polnischen Markt erfüllten 10 die Anforderungen an Festigkeit und/oder Feinanteil nicht[47].

Staub beurteilen und begrenzen

Häufige Fragen

Wie viel Staub darf in einem Sack Pellets sein?

Bei ENplus-A1- und -A2-Pellets darf der Feinanteil unter 3,15 mm beim Abfüllen der Säcke 0,5 Massenprozent nicht überschreiten. In einem 15-kg-Sack sind das höchstens 75 g. Der Grenzwert gilt für den Zeitpunkt des Abpackens – bei Transport und Lagerung kann Staub hinzukommen.

Kann man Pelletstaub mitverbrennen?

Eine kleine Menge ja, aber man sollte ihn nicht vollständig in den Vorratsbehälter schütten. Staub sammelt sich am Boden und in der Förderschnecke, verändert die Dosierung und kann eine instabile Verbrennung verursachen. Am besten sieben Sie ihn vor dem Befüllen des Vorratsbehälters ab.

  1. [1]

    ENplus® ST 1001:2022 — ENplus® wood pellets – Requirements for companies (2. Ausgabe) (öffnet in einem neuen Tab)

    European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026

    Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).

  2. [12]

    ISO/FDIS 17225-2 — endgültiger Normentwurf (von AIEL bereitgestellter Text) (öffnet in einem neuen Tab)

    ISO / AIEL2020Norm noch zu verifizierenabgerufen am 11.9.2026

    Werte aus dem FDIS-Entwurf; vor der Veröffentlichung exakter ISO-Werte sind diese in einem erworbenen Exemplar der Norm zu bestätigen.

  3. [18]
  4. [19]

    ISO 5370:2023 Solid biofuels — Determination of fines content in pellets (öffnet in einem neuen Tab)

    ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026

    Ersetzt die zurückgezogene Norm ISO 18846:2016.

  5. [36]

    Rozporządzenie Ministra Klimatu i Środowiska z dnia 8 maja 2025 r. w sprawie wymagań jakościowych dla biomasy pozyskanej z drzew i krzewów… w postaci brykietu lub peletu (Dz.U. 2025 poz. 618) (öffnet in einem neuen Tab)

    Minister Klimatu i Środowiskain Kraft seit 24.05.2025Rechtsaktabgerufen am 11.9.2026

    Gilt für Pellets und Briketts für Privathaushalte und Anlagen unter 1 MW.

  6. [47]

    Drobniak A. u. a., Quality assessment of biomass pellets available on the market; example from Poland (öffnet in einem neuen Tab)

    Environmental Science and Pollution Research 31:33942–339592024Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026

    30 Pelletproben vom polnischen Markt; 10 erfüllten die Anforderungen an Festigkeit und/oder Feinanteil nicht.

Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.

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