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Pelletarten
Mischholzpellets
Mischholzpellets gelten mal als Kompromiss, mal als „zweite Wahl“. Über ihre Qualität entscheidet aber nicht das Mischen an sich, sondern ob Mischungsverhältnis und Qualität der Komponenten konstant sind.
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Was sind Mischholzpellets?
Mischholzpellets bestehen aus einem Rohstoff, der sowohl Nadel- als auch Laubholz enthält. Die Mischung kann gewollt sein – der Hersteller kombiniert Sägespäne aus zwei Quellen, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen oder die Rohstoffversorgung zu sichern – oder daher rühren, dass ein Sägewerk oder eine Tischlerei verschiedene Holzarten verarbeitet.
Für die Qualitätsnormen sind Mischholzpellets nichts Besonderes. ENplus beschreibt den Rohstoff über seine Herkunft, nicht über die Holzart[1], und auf dem Sack müssen weder Holzart noch Mischungsverhältnis angegeben werden[2]. „Gemischt“ kann also sowohl 90/10 als auch 50/50 bedeuten – und das Verhältnis kann sich von Charge zu Charge ändern, wenn der Hersteller es nicht kontrolliert.
Wie das Mischungsverhältnis die Parameter beeinflusst
Viele Brennstoffeigenschaften – Asche, Heizwert, Stickstoffgehalt – verhalten sich in einer Mischung annähernd wie ein gewichtetes Mittel der Komponenten. Sind beide Komponenten sauber, sind die Unterschiede gering, weil sich die Holzgruppen selbst nur wenig unterscheiden:
| Eigenschaft | Nadelholz | Laubholz | Mischung |
|---|---|---|---|
| Asche Holz, % wf (FAO) | 0,3 (0,2–0,5) | 0,3 (0,2–0,5) | ähnlich; entscheidend ist der Rindenanteil |
| Asche Rinde, % wf (FAO) | 4 (2–6) | 5 (2–10) | steigt mit dem Rindenanteil |
| Heizwert, MJ/kg waf (FAO) | 19,2 | 19,0 | dazwischen, je nach Mischungsverhältnis |
| Stickstoff, % wf (VTT) | Kiefer, Fichte ca. 0,05 | Birke 0,08–0,1 | dazwischen, je nach Holzarten |
FAO: typische Werte nach CEN/TS 14961:2010[45]; VTT: finnische Messungen an Stammholz[44]. Die Spalte „Mischung“ ist eine qualitative Beschreibung, keine Messung.
Es gibt aber Parameter, die sich nicht so einfach „mitteln“. Die Ascheerweichungstemperatur (Temperatur, bei der ein Aschekörper beginnt, seine Form zu verändern (die Kanten runden sich ab). Bestimmt nach ISO 21404.) hängt von der chemischen Zusammensetzung der gesamten Asche ab, und Bestandteile verschiedener Rohstoffe können miteinander reagieren. Deshalb lässt sich das Ergebnis einer Mischung nicht zuverlässig aus den Ergebnissen der Komponenten vorhersagen – es muss nach ISO 21404 gemessen werden[24]. Ähnlich bei der mechanischen Festigkeit: Rohstoffe mit unterschiedlicher Struktur können andere Presseneinstellungen erfordern, und eine Mischung braucht eine eigene Parameterabstimmung.
Konstanz: der Schlüssel zu einer guten Mischung
Ein Pelletkessel dosiert den Brennstoff volumetrisch – die Förderschnecke transportiert ein bestimmtes Volumen an Pellets. Hat Charge A eine andere Schüttdichte, einen anderen Wassergehalt oder Aschegehalt als Charge B, passen die auf die eine abgestimmten Einstellungen nicht mehr zur anderen. ENplus lässt eine Schüttdichte im Bereich 600–750 kg/m³ zu[1] – ein so breiter Bereich, dass der Unterschied zwischen zwei normgerechten Chargen spürbar sein kann.
Bei sortenreinen Pellets aus einem Sägewerk ändert sich der Rohstoff meist langsamer. Bei Mischholzpellets kommt eine weitere Variable hinzu – das Mischungsverhältnis. Ein guter Hersteller kontrolliert es genauso wie den Wassergehalt des getrockneten Materials. Ein schwächerer mischt, was gerade auf dem Platz liegt.
Vorteile und Risiken
Vorteile
- Flexibilität beim Rohstoff – mehrere Sägespanquellen nutzen zu können, sichert die kontinuierliche Produktion, was sich indirekt auf die Verfügbarkeit des Brennstoffs auswirkt.
- Die höchste Klasse ist erreichbar – sofern beide Komponenten sauber und entrindet sind und der Prozess auf die Mischung abgestimmt ist.
Risiken
- Schwankungen zwischen den Chargen – ein wechselndes Mischungsverhältnis kann Dichte, Asche und Verhalten im Brenner verändern.
- „Verstecken“ einer schwächeren Komponente – Rohstoff geringerer Qualität (z. B. mit Rinde) kann in der Mischung verdünnt werden. Das Analyseergebnis zeigt es bei der Asche.
- Abweichung zwischen Angabe und Realität – in einer Untersuchung von Pellets vom polnischen Markt wichen die von den Herstellern angegebenen Werte oft von den gemessenen ab[47].
Wie Sie Mischholzpellets beurteilen
Mischholzpellets sind weder besser noch schlechter als sortenreine Pellets. Sie sind schlicht ein Brennstoff, dessen Qualität man genauso beurteilen muss wie bei jedem anderen: anhand von Analyseergebnissen, Zertifikat und Reproduzierbarkeit. Mehr zum Vergleich der Pelletarten finden Sie in der Übersicht Nadelholz oder Laubholz.
Häufige Fragen
Sind Mischholzpellets schlechter als sortenreine Pellets?
Nicht per se. Eine Mischung aus sauberem Nadel- und Laubholz kann die Anforderungen an ENplus A1 erfüllen. Das Risiko liegt in schwankenden Anteilen und schwankender Qualität der Komponenten zwischen den Chargen, nicht im Mischen selbst.
Woher weiß ich, wie die Mischung zusammengesetzt ist?
Holzart und Mischungsverhältnis sind auf einem ENplus-Sack keine Pflichtangaben. Fragen Sie beim Hersteller oder Verkäufer nach und vergleichen Sie vor allem die Analyseergebnisse mehrerer Chargen.
Kann ich selbst zwei Pelletsorten im Vorratsbehälter mischen?
Technisch ja, aber der Kessel muss eventuell nachjustiert werden, und das Ergebnis hängt vom Mischungsverhältnis und von den Parametern beider Brennstoffe ab. Sicherer ist es, den Brennstoff chargenweise zu wechseln und dabei die Brennereinstellungen zu prüfen.
Quellen und Fußnoten
Vollständige Quellenliste und redaktionelle Grundsätze- [1]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).
- [2]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Abschnitt 7.2.3, Tabelle 3 – Pflichtangaben auf dem Sack.
- [24]
ISO 21404:2020 Solid biofuels — Determination of ash melting behaviour (öffnet in einem neuen Tab)
ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
Ersetzt CEN/TS 15370-1:2006.
- [44]
VTT Technical Research Centre of Finland2016Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
- [45]
Krajnc N., Wood Fuels Handbook (öffnet in einem neuen Tab)
FAO2015Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
Tabelle 10 – typische Werte nach CEN/TS 14961:2010.
- [47]
Environmental Science and Pollution Research 31:33942–339592024Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
30 Pelletproben vom polnischen Markt; 10 erfüllten die Anforderungen an Festigkeit und/oder Feinanteil nicht.
Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.
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