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Pelletarten
Laubholzpellets
Um Laubholzpellets ranken sich viele Annahmen – sie seien „Premium“, brennten länger oder hinterließen zu viel Asche. Die Daten zeichnen ein weniger eindeutiges Bild: Unterschiede zu Nadelholz gibt es, sie sind aber kleiner als der Einfluss von Rohstoff und Prozess.
Auf dieser Seite
Was sind Laubholzpellets?
Laubholzpellets werden aus dem Holz von Laubbäumen hergestellt – in Mitteleuropa u. a. aus Buche, Eiche, Birke, Hainbuche oder Pappel. Wie bei Nadelholzpellets behandeln die Normen sie nicht als eigene Kategorie. ENplus legt den zulässigen Rohstoff nach Herkunft fest (Stammholz, Reststoffe der Holzindustrie usw.), nicht nach Holzart[1], und die Holzart ist auf dem Sack keine Pflichtangabe[2].
In der Praxis findet man auf dem Markt sowohl sortenreine Pellets (z. B. Buchenpellets) als auch Mischungen verschiedener Laubhölzer oder von Laub- und Nadelholz – Letztere beschreiben wir im Beitrag über Mischholzpellets.
Laubholz in Zahlen
| Eigenschaft | Laubholz | Nadelholz | Quelle |
|---|---|---|---|
| Asche, Holz (typisch), % wf | 0,3 (0,2–0,5) | 0,3 (0,2–0,5) | FAO |
| Asche, Rinde (typisch), % wf | 5 (2–10) | 4 (2–6) | FAO |
| Heizwert, MJ/kg waf | 19,0 (18,5–19,2) | 19,2 (18,8–19,8) | FAO |
| Heizwert Stammholz, MJ/kg wf | Birke ca. 18,6–18,7 | Kiefer 19,31; Fichte 19,05 | VTT |
| Stickstoff, % wf | Birke 0,08–0,1; Espe 0,06; Grauerle 0,19 | Kiefer, Fichte ca. 0,05 | VTT |
| Schwefel, Stammholz, % wf | 0,0090 | 0,0116 | VTT |
FAO: typische Werte nach CEN/TS 14961:2010[45]. VTT: finnische Messungen an Stammholz[44]. „waf“ – wasser- und aschefrei, „wf“ – wasserfrei. Das sind Daten über Holz, nicht über bestimmte Pellets.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens sind die typischen FAO-Werte für das Holz beider Gruppen beim Aschegehalt identisch[45], obwohl die finnischen VTT-Messungen zu dem Schluss führen, dass Laubbäume mehr Asche enthalten als Nadelbäume[44]. Zweitens beträgt der Unterschied beim Heizwert nur wenige Prozent – weniger, als oft angenommen wird.
Vorteile und Grenzen
Stärken
- Etwas weniger Schwefel im Stammholz als bei Nadelholz, nach VTT-Daten (0,0090 % gegenüber 0,0116 %)[44] – beide Werte liegen jedoch weit unter dem ENplus-Grenzwert von 0,04 %[1].
- Rohstoffverfügbarkeit in Ländern mit überwiegend Laubwald – z. B. in der Slowakei und in Ungarn, was für die Liefersicherheit eine Rolle spielt.
- Klasse A1 ist erreichbar – mit sauberem, entrindetem Rohstoff und einem gut geführten Prozess.
Worauf Sie achten sollten
- Rinde. Laubholzrinde hat typischerweise ca. 5 % Asche, in Extremfällen sogar 10 %[45]. Schon eine kleine Beimischung kann die Pellets über den A1-Grenzwert (0,70 %) heben[1].
- Stickstoff. Einige Laubhölzer enthalten deutlich mehr davon als Nadelhölzer – das VTT nennt für die Grauerle 0,19 %[44]. Das liegt immer noch unter dem A1-Grenzwert (0,3 %), die Reserve ist aber kleiner. Mehr zur Bedeutung von Stickstoff auf der Seite Chlor, Schwefel, Stickstoff.
- Etwas niedrigerer Heizwert pro Kilogramm Trockenmasse – ein Unterschied von wenigen Prozent[44].
Verbreitete Annahmen
Woher der Laubholzrohstoff stammt
Der Laubholzanteil der Wälder unterscheidet sich zwischen den Ländern der Region deutlich. In der Slowakei nehmen Laubbäume 65,2 % der Wälder ein, die Buche allein 35,8 %[50]. In Ungarn wachsen Eichen auf ca. 32,7 % und Robinien auf ca. 24,6 % der Waldfläche (redaktionelle Berechnung aus Hektarangaben)[53]. In Tschechien machen Laubbäume 45,1 % der Wälder aus, davon die Buche 11,1 %[51], und in Deutschland nimmt die Buche 17 %, die Eiche 12 % der Waldfläche ein[57]. Im polnischen Staatsforstbetrieb Lasy Państwowe ist der Anteil der Laubholzbestände von 13,0 % im Jahr 1945 auf 25,0 % im Jahr 2024 gestiegen[49].
Details zu den einzelnen Ländern finden Sie im Bereich Herkunft, u. a. auf den Seiten Slowakei und Ungarn.
Häufige Fragen
Hinterlassen Laubholzpellets mehr Asche?
Oft etwas mehr, aber nicht immer. VTT-Daten deuten darauf hin, dass Laubbäume mehr Asche enthalten als Nadelbäume, während die typischen FAO-Werte für das Holz beider Gruppen gleich sind (ca. 0,3 %). Viel größeren Einfluss hat die Rinde – bei Laubbäumen kann ihr Aschegehalt sogar 10 % erreichen. Entscheidend ist das Analyseergebnis.
Können Laubholzpellets die Klasse ENplus A1 erreichen?
Ja. ENplus schränkt die Holzarten nicht ein. Klasse A1 verlangt Rohstoff aus Stammholz oder unbehandelten Reststoffen der Holzindustrie und die Einhaltung aller Grenzwerte, u. a. Asche bis 0,70 % und eine Ascheerweichungstemperatur von mindestens 1200 °C.
Quellen und Fußnoten
Vollständige Quellenliste und redaktionelle Grundsätze- [1]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).
- [2]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Abschnitt 7.2.3, Tabelle 3 – Pflichtangaben auf dem Sack.
- [44]
VTT Technical Research Centre of Finland2016Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
- [45]
Krajnc N., Wood Fuels Handbook (öffnet in einem neuen Tab)
FAO2015Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
Tabelle 10 – typische Werte nach CEN/TS 14961:2010.
- [49]
Raport o stanie lasów w Polsce 2024 (öffnet in einem neuen Tab)
PGL Lasy PaństwoweÖffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
- [50]
Správa o lesnom hospodárstve v SR za rok 2024 (Zelená správa) (öffnet in einem neuen Tab)
MPRV SR / Národné lesnícke centrumangenommen am 01.10.2025Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
- [51]
Zpráva o stavu lesa a lesního hospodářství ČR v roce 2024 (öffnet in einem neuen Tab)
Ministerstvo zemědělství ČRÖffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
- [53]
Magyarország erdeinek összefoglaló adatai 2024 (öffnet in einem neuen Tab)
Agrárminisztérium (Ungarn)Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
Die prozentualen Anteile der Baumarten hat die Redaktion aus den in Hektar angegebenen Flächen berechnet.
- [57]
BMEL / Thünen-Institut10.2024Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.
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