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Pelletarten
Nadelholzpellets
Kiefer und Fichte dominieren die Wälder Polens und seiner Nachbarländer – Nadelholz ist deshalb der naheliegende Rohstoff für die Sägewerke und Pelletproduzenten der Region. Es hat einige echte Vorteile, doch die Bezeichnung „Nadelholz“ allein garantiert nichts.
Auf dieser Seite
Was sind Nadelholzpellets?
Nadelholzpellets werden aus dem Holz von Nadelbäumen hergestellt – in Mitteleuropa vor allem aus Kiefer und Fichte. Typischer Rohstoff sind Säge- und Hobelspäne aus Sägewerken, die Nadelholz verarbeiten. Die Qualitätsnormen führen Nadelholzpellets nicht als eigene Kategorie: ENplus und die ISO-Normen beschreiben den Rohstoff über seine Herkunft (z. B. Stammholz, Reststoffe der Holzindustrie – Codes nach ISO 17225-1), nicht über die Holzart[1],[13]. Die Holzart gehört auch nicht zu den Pflichtangaben auf einem ENplus-Sack[2].
„Nadelholz“ ist also eine Handelsangabe, keine Qualitätsklasse. Trotzdem hat Nadelholz einige typische Eigenschaften, die man kennen sollte – vorausgesetzt, man behält im Blick, wie stark Rinde, Verunreinigungen und Prozess sie verändern können.
Eigenschaften von Nadelholz in Zahlen
Die folgenden Daten beschreiben Holz, nicht bestimmte Pellets. Sie zeigen aber den Ausgangspunkt, von dem ein Hersteller startet.
| Eigenschaft | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Asche, Nadelholz (typisch) | 0,3 % (0,2–0,5 %) wf | FAO |
| Asche, entrindetes Kiefernsägemehl | 0,08 % wf | VTT |
| Asche, Nadelholzrinde (typisch) | 4 % (2–6 %) wf | FAO |
| Heizwert, Nadelholz | 19,2 (18,8–19,8) MJ/kg waf | FAO |
| Heizwert, Kiefer / Fichte (Stammholz) | 19,31 / 19,05 MJ/kg wf | VTT |
| Stickstoff, Kiefer und Fichte | ca. 0,05 % wf | VTT |
| Schwefel, Nadelholz-Stammholz | 0,0116 % wf | VTT |
| Chlor, entrindetes Kiefernsägemehl | unter 0,005 % wf | VTT |
FAO-Werte sind typische Werte nach CEN/TS 14961:2010[45]; VTT-Werte sind finnische Messungen an Stammholz und Sägemehl[44]. „waf“ – wasser- und aschefrei; „wf“ – wasserfrei. Die Werte bestimmter Pellets können deutlich davon abweichen.
Zum Vergleich: ENplus A1 erlaubt bis zu 0,70 % Asche, 0,3 % Stickstoff, 0,04 % Schwefel und 0,02 % Chlor (wasserfrei)[1]. Sauberes Nadelholz liegt mit großer Reserve innerhalb dieser Grenzen. Das VTT weist darauf hin, dass der höhere Heizwert von Nadelholz auf den höheren Gehalt an Lignin (Natürliches Polymer in den Zellwänden des Holzes; im Pellet wirkt es als natürliches Bindemittel.) und Harzen zurückgeht[44].
Vorteile und Grenzen
Was für Nadelholzpellets spricht
- Wenig Asche bei sauberem Rohstoff. Entrindete Nadelholzspäne gehören zu den saubersten Rohstoffen für die Pelletproduktion – ein Beispiel aus den VTT-Daten sind 0,08 % Asche bei Kiefernsägemehl[44].
- Etwas höherer Heizwert pro Kilogramm. Der Unterschied zu Laubholz beträgt allerdings nur wenige Prozent: Das VTT nennt 19,31 MJ/kg für Kiefer und ca. 18,6–18,7 MJ/kg für Birke (wasserfrei)[44].
- Wenig Stickstoff. Kiefer und Fichte enthalten ca. 0,05 % Stickstoff, weniger als Birke (0,08–0,1 %)[44].
Was die Bezeichnung „Nadelholz“ nicht garantiert
- Wenig Asche, wenn der Rohstoff Rinde enthält. Nadelholzrinde hat typischerweise ca. 4 % Asche[45] – schon eine Beimischung treibt das Ergebnis schnell nach oben. Mehr im Beitrag zur Rohstoffqualität.
- Eine hohe Ascheschmelztemperatur. In den VTT-Daten lag die Ascheerweichungstemperatur von Kiefernsägemehl bei 1150 °C[44], während ENplus A1 mindestens 1200 °C verlangt[1]. Die Probenvorbereitung in jenen Untersuchungen kann vom ENplus-Verfahren (Asche bei 815 °C hergestellt) abgewichen sein, die Zahlen sind also nicht direkt vergleichbar – das Beispiel zeigt aber, dass „Nadelholz“ nicht automatisch „schlackenfrei“ bedeutet. Entscheidend ist die Prüfung nach ISO 21404[24].
- Festigkeit und geringen Feinanteil. Diese Parameter hängen hauptsächlich vom Produktionsprozess ab – siehe Wie Pellets hergestellt werden.
Woher der Nadelholzrohstoff stammt
In Polen dominieren Nadelholzbestände auf 68,8 % der Waldfläche, die Kiefer allein nimmt 59,1 % der gesamten Waldfläche ein[48],[49]. In Tschechien machen Nadelbäume 54,9 % der Wälder aus, davon die Fichte 40,3 %[51], in Österreich entfallen ca. 49 % des Ertragswaldes auf die Fichte[58], und in Deutschland nehmen Kiefer und Fichte 22 % bzw. 21 % der Waldfläche ein[57]. Kein Wunder, dass Nadelholz der wichtigste Rohstoff der Sägewerke in der Region ist – und damit auch die Quelle der Sägespäne für die Pelletproduktion.
Die Baumartenanteile verändern sich jedoch. In Polen ist der Anteil der Kiefer seit den Jahren 2005–2009 um 1,3 Prozentpunkte und der der Fichte um 1,5 Prozentpunkte gesunken, während der Laubholzanteil gestiegen ist[48],[49]. In Deutschland hat die Fläche der Fichtenbestände seit der Inventur von 2012 um 17 % abgenommen[57]. Details zu den einzelnen Ländern finden Sie im Bereich Herkunft von Pellets.
Wie Sie ein bestimmtes Produkt beurteilen
- Prüfen Sie Klasse und Zertifikat – und verifizieren Sie es in der Datenbank, nicht anhand einer Kopie (siehe so geht’s).
- Fragen Sie nach Analyseergebnissen der Charge: Asche, Wassergehalt, Heizwert im Anlieferungszustand, mechanische Festigkeit und Ascheerweichungstemperatur.
- Fragen Sie nach dem Rohstoff: Sägewerksspäne oder Rundholz, mit oder ohne Rinde.
- Wenn Sie zwischen Nadel- und Laubholzpellets schwanken, lesen Sie unseren Vergleich und den Beitrag über Unterschiede bei der Verbrennung.
Häufige Fragen
Sind Nadelholzpellets besser als Laubholzpellets?
Nicht per se. Sauberes Nadelholz hat meist etwas weniger Asche und einen etwas höheren Heizwert (wasserfrei) als Laubholz, die Unterschiede sind aber gering. Viel mehr hängt von Rindenanteil, Reinheit des Rohstoffs, Wassergehalt und Produktionsprozess ab. Entscheidend sind die Analyseergebnisse der jeweiligen Charge.
Aus welchen Holzarten werden Nadelholzpellets hergestellt?
In Mitteleuropa vor allem aus Kiefer und Fichte, weil sie die hiesigen Nadelwälder dominieren. Die Holzart ist auf dem Sack keine Pflichtangabe – fragen Sie deshalb beim Verkäufer nach.
Verklebt das Harz aus Nadelholzpellets den Brenner?
Wir haben keine Daten gefunden, die das bestätigen. Harz ist ein brennbarer Bestandteil des Holzes und erhöht dessen Heizwert. Ablagerungen im Brenner sind meist Asche und Schlacke oder die Folge unvollständiger Verbrennung. Mehr dazu im Beitrag über Harz in Pellets.
Quellen und Fußnoten
Vollständige Quellenliste und redaktionelle Grundsätze- [1]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).
- [2]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Abschnitt 7.2.3, Tabelle 3 – Pflichtangaben auf dem Sack.
- [13]
ISO / TC 2382021Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
Klassifizierung der Rohstoffherkunft (z. B. 1.1.3 Stammholz, 1.2.1 Rückstände aus der Holzverarbeitung).
- [24]
ISO 21404:2020 Solid biofuels — Determination of ash melting behaviour (öffnet in einem neuen Tab)
ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
Ersetzt CEN/TS 15370-1:2006.
- [44]
VTT Technical Research Centre of Finland2016Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
- [45]
Krajnc N., Wood Fuels Handbook (öffnet in einem neuen Tab)
FAO2015Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
Tabelle 10 – typische Werte nach CEN/TS 14961:2010.
- [48]
Leśnictwo w 2024 r. (öffnet in einem neuen Tab)
Główny Urząd Statystyczny30.06.2025Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
- [49]
Raport o stanie lasów w Polsce 2024 (öffnet in einem neuen Tab)
PGL Lasy PaństwoweÖffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
- [51]
Zpráva o stavu lesa a lesního hospodářství ČR v roce 2024 (öffnet in einem neuen Tab)
Ministerstvo zemědělství ČRÖffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
- [57]
BMEL / Thünen-Institut10.2024Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
- [58]
Österreichische Waldinventur — Ergebnisse (Pressemitteilung) (öffnet in einem neuen Tab)
BFW — Bundesforschungszentrum für Wald20.07.2022Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026
Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.
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