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Härte von Pellets

Härte und mechanische Festigkeit von Pellets

„Harte Pellets“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck. Die Normen sprechen von mechanischer Festigkeit – und sie entscheidet, wie viel Staub Sie nach dem Transport am Sackboden finden.

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Härte und Festigkeit

Käufer sprechen von „harten“ oder „weichen“ Pellets. Die Norm verwendet den Begriff der mechanischen Festigkeit (Massenanteil der Pellets, der nach einer genormten mechanischen Beanspruchung in der Prüfung nach ISO 17831-1 als ganze Pellets erhalten bleibt.): wie viel Material nach einer kontrollierten Beanspruchung, die Umfüllen und Transport nachahmt, als Pellets erhalten bleibt[18]. Das ist ein besseres Maß als die Härte eines einzelnen Pellets, weil es das Verhalten der ganzen Charge beschreibt.

Anforderungen von ENplus: mindestens 98,0 % in Klasse A1 und 97,5 % in den Klassen A2 und B, bestimmt an der Verladestelle auf das Transportmittel im Herstellerwerk[1]. In der Praxis heißt das: Bei der Prüfung dürfen von A1-Pellets höchstens 2 % der Masse abgerieben werden – jeder Prozentpunkt unter 100 % ist Material, das auf dem Weg zum Kessel zu Staub wird.

Wie die Festigkeit gemessen wird

Das Prüfprinzip nach ISO 17831-1 ist einfach: Eine vom Feinanteil befreite Pelletprobe wird in einem Prüfgerät einer kontrollierten mechanischen Beanspruchung ausgesetzt, anschließend erneut gesiebt und gewogen. Das Ergebnis ist der Massenanteil, der als Pellets erhalten geblieben ist[18]. Die Einzelheiten des Verfahrens (Gerät, Dauer, Sieb) legt die Norm fest – deshalb sollte im Prüfbericht die Nummer der Norm stehen, nach der geprüft wurde.

Ergänzend kann der Prüfbericht die Rohdichte der Pellets (Masse einzelner Pellets im Verhältnis zu ihrem Volumen (ohne Zwischenräume zwischen den Pellets), bestimmt nach ISO 18847.) enthalten – ENplus verlangt ihre Angabe ohne Grenzwert[1],[27].

Wovon sie abhängt

  • Rohstoff und Zerkleinerung – homogenes Holzmehl mit passender Partikelgröße bindet gleichmäßiger.
  • Wassergehalt vor dem Pressen – zu trockener oder zu feuchter Rohstoff lässt sich schlechter pelletieren.
  • Konditionierung und Matrize – Temperatur und Verdichtungsgrad bestimmen, wie gut das Lignin die Partikel bindet.
  • Kühlung – das Pellet härtet erst nach dem Abkühlen aus; nicht ausreichend gekühlte Pellets zerbröseln leichter.
  • Umgang mit dem Brennstoff – Fallhöhen beim Umfüllen, Zahl der Umschläge, Art der Entladung loser Ware. Selbst gute Pellets verlieren bei rauem Transport einen Teil ihrer Festigkeit.
Schema eines guten und eines schlechten PelletsLinks ein Pellet mit glatter, leicht glänzender Oberfläche und sauberen Enden. Rechts ein mattes Pellet mit Querrissen, ausgefranstem Ende und Feinanteil darunter.Gutes Pelletglatte, dichteOberflächesauberabgebrochenes Endeeinheitliche Farbe und Durchmesserwenig Feinanteil im SackSchlechtes PelletRissequer zur AchseausgefranstesEndeungleiche Länge, matte OberflächeStaub und Bruch am SackbodenSchematische Darstellung – eine Sichtprüfung ersetzt keine Analyse
Schematische Darstellung. Die Sichtprüfung ist ein Hinweis – sie ersetzt keine Festigkeitsprüfung.

Was Marktuntersuchungen zeigen

In einer begutachteten Untersuchung von 30 Proben von in Polen für den Hausgebrauch verkauften Pellets erfüllten 10 die Anforderungen an die mechanische Festigkeit und/oder den Feinanteil nicht[47]. Das ist eines der häufigsten Qualitätsprobleme – und eines, das Käufer am Zustand des Sacks am leichtesten erkennen.

Selbst beurteilen

Die vollständige Checkliste finden Sie im Ratgeber Pellets richtig auswählen, Details zum Parameter auf der Seite mechanische Festigkeit.

Häufige Fragen

Sind harte Pellets immer besser?

Eine hohe mechanische Festigkeit ist ein Vorteil, weil sie weniger Staub beim Kunden bedeutet. Sie ist aber nicht der einzige Parameter – harte Pellets mit viel Asche oder einer niedrigen Ascheerweichungstemperatur können im Kessel trotzdem Probleme machen.

Welche mechanische Festigkeit ist in Klasse A1 vorgeschrieben?

Bei ENplus A1 muss die mechanische Festigkeit mindestens 98,0 % betragen, in den Klassen A2 und B mindestens 97,5 %. Die Anforderung gilt für die Pellets an der Verladestelle im Herstellerwerk.

  1. [1]

    ENplus® ST 1001:2022 — ENplus® wood pellets – Requirements for companies (2. Ausgabe) (öffnet in einem neuen Tab)

    European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026

    Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).

  2. [18]
  3. [27]
  4. [47]

    Drobniak A. u. a., Quality assessment of biomass pellets available on the market; example from Poland (öffnet in einem neuen Tab)

    Environmental Science and Pollution Research 31:33942–339592024Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026

    30 Pelletproben vom polnischen Markt; 10 erfüllten die Anforderungen an Festigkeit und/oder Feinanteil nicht.

Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.

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