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Holzarten

Kiefernpellets

Die Kiefer wächst auf über der Hälfte der polnischen Waldfläche – Kiefernpellets sind in Polen für viele Käufer ein Brennstoff „aus der Nachbarschaft“. Kiefernholz hat sehr gute Brennstoffeigenschaften – mit einer Einschränkung, über die selten gesprochen wird.

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Kiefer als Rohstoff

Die Waldkiefer ist in Polen die Baumart Nummer eins – und das mit großem Abstand: Sie nimmt 59,1 % der Waldfläche ein[48],[49]. Kein Wunder, dass Kiefernholz in großen Mengen in die polnischen Sägewerke gelangt und Kiefernsäge- und -hobelspäne der naheliegende Pelletrohstoff sind. Aus Sicht der Normen sind Kiefernpellets keine eigene Kategorie: Sie werden nach der Herkunft des Rohstoffs klassifiziert (z. B. Stammholz oder chemisch unbehandelte Reststoffe der Holzindustrie), und beide Gruppen sind in der Klasse ENplus A1 zugelassen[1].

Die Holzart ist auf einem ENplus-Sack keine Pflichtangabe[2], „Kiefer“ ist also eine Herstellerangabe. In der Praxis gibt es auch Nadelholzpellets aus einer Mischung von Kiefer und Fichte.

Was die Daten zeigen

Kiefernholz – Literaturdaten und Anforderungen an ENplus A1
EigenschaftKiefer (VTT)ENplus A1
Heizwert Stammholz, wasserfrei19,31 MJ/kg—
Heizwert bei 8 % Wassergehalt (Berechnung)ca. 17,57 MJ/kg≥ 16,5 MJ/kg
Asche, entrindetes Sägemehl, wasserfrei0,08 %≤ 0,70 %
Asche der Kiefernrinde, wasserfrei1,70 %—
Stickstoff, wasserfreica. 0,05 %≤ 0,3 %
Chlor, entrindetes Sägemehl, wasserfreiunter 0,005 %≤ 0,02 %
Ascheerweichungstemperatur, Sägemehl1150 °C≥ 1200 °C

Die VTT-Daten betreffen Holz, Sägemehl und Rinde, nicht bestimmte Pellets[44]. Der Wert im Anlieferungszustand ist eine redaktionelle Berechnung mit der vom VTT angegebenen Formel bei 8 % Wassergehalt. Grenzwerte nach ENplus ST 1001[1].

Beim Energiegehalt schneidet die Kiefer unter den vom VTT beschriebenen Holzarten am besten ab – 19,31 MJ/kg wasserfrei gegenüber 19,05 MJ/kg bei Fichte und ca. 18,6–18,7 MJ/kg bei Birke. Das VTT führt den höheren Heizwert von Nadelholz auf den Gehalt an Lignin und Harzen zurück[44]. Zum Vergleich: Die FAO nennt für Nadelholz einen typischen Wert von 19,2 MJ/kg bezogen auf die wasser- und aschefreie Substanz[45].

In puncto chemischer Reinheit ist entrindetes Kiefernsägemehl geradezu vorbildlich: sehr wenig Asche, Chlor nur in Spuren, wenig Stickstoff[44]. Das ist eine gute Nachricht für Kesselbetreiber – weniger Asche zu entsorgen und wenig Chlor, das zu den für die Kesselkorrosion relevanten Brennstoffbestandteilen gehört[46].

Asche und Ascheschmelztemperatur

Die in der Einleitung erwähnte Einschränkung betrifft das Verhalten der Asche bei hohen Temperaturen. In den VTT-Daten lag die Ascheerweichungstemperatur (DT, oxidierende Atmosphäre) bei Kiefernsägemehl bei 1150 °C, bei Hackschnitzeln aus ganzen Kiefern bei 1210 °C und bei Kiefernrinde bei 1340 °C[44]. ENplus A1 verlangt mindestens 1200 °C, wobei die Asche für die Prüfung bei 815 °C hergestellt wird[1].

Die praktische Konsequenz: Bei Kiefernpellets lohnt es sich, wie bei allen anderen auch, nach dem Ergebnis der Ascheerweichungstemperatur zu fragen. Eine geringe Aschemenge mildert das Problem – es gibt weniger Material, das verschlacken kann –, schließt es aber nicht aus, vor allem in Brennern, die bei hohen Temperaturen arbeiten.

Woher das Kiefernholz stammt

In Polen nimmt die Kiefer 59,1 % der gesamten Waldfläche ein – 61,1 % im Staatsforstbetrieb Lasy Państwowe und 55,9 % im Privatwald –, und Nadelholzbestände dominieren auf 68,8 % der Waldfläche[48],[49]. Der Kiefernanteil geht langsam zurück: Seit den Jahren 2005–2009 ist er um 1,3 Prozentpunkte gesunken[49].

Auch in anderen Ländern der Region hat die Kiefer große Bedeutung. In Deutschland nimmt sie 22 % der Waldfläche ein und hat nach der letzten Inventur die Fichte als häufigste Baumart überholt[57]. In Lettland dominiert sie auf 33 % der Waldfläche[54], in Estland auf 29,8 % der Bestandesfläche[55], und in Litauen entfallen auf sie ca. 36 % des Holzvorrats[56].

Mehr auf den Seiten Pellets aus Polen, Deutschland und Österreich sowie Baltikum.

Wie Sie Kiefernpellets prüfen

Kiefernpellets haben einen guten Ausgangspunkt, sind aber – wie alle Pellets – nur so gut wie Rohstoff und Prozess des jeweiligen Herstellers. Einen Vergleich mit anderen Pelletarten finden Sie in der Übersicht Nadelholz oder Laubholz.

Häufige Fragen

Haben Kiefernpellets einen hohen Heizwert?

Unter den vom finnischen VTT beschriebenen Holzarten (Kiefer, Fichte, Birke) hat Kiefernholz den höchsten Heizwert – 19,31 MJ/kg wasserfrei. Über die Energie im Sack entscheidet jedoch der Heizwert im Anlieferungszustand, und der hängt vor allem vom Wassergehalt der Pellets ab.

Können Kiefernpellets Schlacke bilden?

Ja, wie alle Pellets. In den VTT-Daten lag die Ascheerweichungstemperatur von Kiefernsägemehl bei 1150 °C, also unter der Schwelle von ENplus A1 (1200 °C), wobei die Prüfbedingungen andere gewesen sein können. Deshalb muss die Ascheerweichungstemperatur der konkreten Charge gemessen werden.

Sind Pellets aus polnischer Kiefer besser als importierte?

Das Herkunftsland entscheidet nicht über die Qualität. Kiefernpellets aus Polen können sehr gut oder schwach sein – entscheidend sind Rohstoff, Prozess und die Analyseergebnisse der konkreten Charge.

  1. [1]

    ENplus® ST 1001:2022 — ENplus® wood pellets – Requirements for companies (2. Ausgabe) (öffnet in einem neuen Tab)

    European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026

    Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).

  2. [2]

    ENplus® ST 1003:2022 — Usage of the ENplus® trademarks – Requirements (2. Ausgabe) (öffnet in einem neuen Tab)

    European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026

    Abschnitt 7.2.3, Tabelle 3 – Pflichtangaben auf dem Sack.

  3. [24]

    ISO 21404:2020 Solid biofuels — Determination of ash melting behaviour (öffnet in einem neuen Tab)

    ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026

    Ersetzt CEN/TS 15370-1:2006.

  4. [44]

    Alakangas E. u. a., Properties of indigenous fuels in Finland (VTT Technology 272) (öffnet in einem neuen Tab)

    VTT Technical Research Centre of Finland2016Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026

  5. [45]

    Krajnc N., Wood Fuels Handbook (öffnet in einem neuen Tab)

    FAO2015Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026

    Tabelle 10 – typische Werte nach CEN/TS 14961:2010.

  6. [46]

    Schmidl C. u. a., Wooden biofuels in Europe – quantities and corrosion relevant characteristics (öffnet in einem neuen Tab)

    BIOENERGY 2020+ / 18th European Biomass Conference, Lyon2010Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026

  7. [48]

    Leśnictwo w 2024 r. (öffnet in einem neuen Tab)

    Główny Urząd Statystyczny30.06.2025Öffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026

  8. [49]

    Raport o stanie lasów w Polsce 2024 (öffnet in einem neuen Tab)

    PGL Lasy PaństwoweÖffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026

  9. [54]

    Latvian Forest Sector in Facts & Figures 2023 (öffnet in einem neuen Tab)

    Landwirtschaftsministerium LettlandsÖffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026

  10. [55]

    Distribution and protection of forests (statistische Waldinventur 2023) (öffnet in einem neuen Tab)

    Keskkonnaagentuur / LoodusveebÖffentliche Datenabgerufen am 11.9.2026

  11. [56]
  12. [57]

Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.

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