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Produktion
Wie werden Holzpellets hergestellt?
Aus demselben Sägemehl lassen sich sehr gute und sehr schwache Pellets herstellen. Den Unterschied macht der Prozess: Trocknen, Mahlen, Pressen, Kühlen und Absieben – und am Ende eine Kontrolle, die das bestätigt.
Auf dieser Seite
Vom Rohstoff zum Pellet
Bei der Pelletproduktion wird im Grunde loses, uneinheitliches Material – Sägespäne, Hobelspäne, Hackschnitzel – in einen Brennstoff mit gleichbleibenden Abmessungen und Eigenschaften umgewandelt. Der Rohstoff stammt meist als Nebenprodukt aus der Holzindustrie oder aus Stammholz. Die Norm ISO 17225-1 beschreibt diese Gruppen als chemisch unbehandelte Reststoffe der Holzindustrie (Gruppe 1.2.1 nach ISO 17225-1: Säge- und Hobelspäne sowie Verschnitt aus Sägewerken und Tischlereien, die nicht chemisch behandelt wurden.) und Stammholz (Gruppe 1.1.3 nach ISO 17225-1: Holz aus dem Baumstamm, ohne Äste, Nadeln und Wurzeln.)[13]. Nur diese beiden Gruppen lässt die höchste Klasse ENplus A1 zu[1].
Jede Stufe der Produktionslinie ist für einen anderen Parameter des fertigen Brennstoffs verantwortlich. Das Trocknen bestimmt den Wassergehalt, Mahlen und Pressen bestimmen Dichte und Festigkeit des Pellets, das Kühlen stabilisiert es, und die Absiebung entscheidet darüber, wie viel Staub in den Sack gelangt. Das Schema unten zeigt die typische Reihenfolge; in einzelnen Werken können die Stufen etwas abweichen.
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Rohstoff
Sägespäne, Hobelspäne und Hackschnitzel – meist Nebenprodukte von Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben.
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Reinigung
Rinde, Sand, Steine und Metalle werden abgetrennt. Mineralische Verunreinigungen erhöhen den Aschegehalt und begünstigen Schlackebildung.
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Trocknung
Ein Trommel- oder Bandtrockner bringt den Rohstoff auf den Wassergehalt, den die Pelletierung erfordert.
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Zerkleinerung
Eine Hammermühle vereinheitlicht die Partikelgröße. Gleichmäßiges Mahlgut ergibt Pellets mit gleichmäßiger Dichte.
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Konditionierung
Zugegebener Dampf oder zugegebenes Wasser macht das Lignin – das natürliche Bindemittel des Holzes – vor dem Pressen plastisch.
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Pelletierung
Die Presse drückt das Mahlgut durch die Bohrungen der Matrize. Die Reibung erhöht die Temperatur, das Lignin erweicht und bindet die Partikel.
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Kühlung
Der Kühler stabilisiert und härtet die Pellets. Nicht ausreichend gekühlte Pellets sind weich und zerbröseln leichter.
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Sieben
Feinanteil und Staub werden abgesiebt und in den Prozess zurückgeführt. Entscheidend dafür, wie sauber die Pellets im Sack sind.
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Verpackung
15-kg-Säcke auf Paletten, Big Bags oder lose Ware. Die Verpackung schützt vor Feuchtigkeit und Abrieb.
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Qualitätskontrolle
Probenahme, interne und externe Analysen, Dokumentation der Chargen im Zertifizierungssystem.
Reinigen, Trocknen und Mahlen
Reinigen
Im ersten Schritt wird alles abgetrennt, was kein Holz ist oder nicht in den Brennstoff gelangen sollte: Steine, Sand, Metall, zu viel Rinde. ENplus schließt verunreinigten, morschen und „stark rindenhaltigen“ Rohstoff ausdrücklich aus, und im fertigen Pellet darf kein anderes Material als Holz enthalten sein[1]. Sand und Erde verbrennen nicht – sie bleiben im Aschekasten, und jedes Gramm davon erhöht den Aschegehalt. Mehr dazu im Beitrag zur Rohstoffqualität.
Trocknen
Frische Sägespäne enthalten zu viel Wasser, um sie direkt zu pelletieren. Der Trockner bringt den Rohstoff auf einen Wassergehalt, bei dem die Presse ein kompaktes Pellet formt. Zu feuchtes Material ergibt weiche, wenig feste Pellets, und der Wassergehalt des fertigen Produkts kann die zulässigen 10,0 % im Anlieferungszustand überschreiten[1]. Zu trockenes Material bindet schlechter. Einen einzigen „richtigen“ Wert für alle Linien gibt es nicht – er hängt vom Rohstoff und von der Bauart der Presse ab. Deshalb ermitteln die Hersteller ihn empirisch und überwachen ihn laufend. Der Wassergehalt des fertigen Brennstoffs wird nach den in ISO 18134 beschriebenen Verfahren bestimmt[15].
Zerkleinern
Die Hammermühle vereinheitlicht die Partikelgröße. Ziel ist, dass homogenes Holzmehl in die Matrize gelangt: Zu große Partikel bilden im Pellet Schwachstellen, an denen Risse beginnen. Eine gleichmäßige Zerkleinerung sorgt für eine gleichmäßige Pelletdichte und weniger Bruch im Sack.
Konditionieren und Pelletieren
Vor der Presse wird das Holzmehl häufig mit Dampf oder Wasser konditioniert (Befeuchten des Holzmehls mit Dampf oder Wasser vor dem Pressen, um es plastischer zu machen und die Bindung der Partikel zu erleichtern.). Wärme und Feuchtigkeit erweichen das Lignin (Natürliches Polymer in den Zellwänden des Holzes. Bei der Presstemperatur erweicht es und verbindet nach dem Abkühlen die Partikel.) – einen natürlichen Holzbestandteil, der im Pellet als Bindemittel wirkt. In dieser Phase kann der Hersteller auch ein Bindemittel zugeben. ENplus lässt ausschließlich Zusatzstoffe aus land- und forstwirtschaftlichen Produkten zu, z. B. Stärke, Mais- oder Kartoffelmehl, Pflanzenöl oder Lignin aus dem Sulfatverfahren; insgesamt bis 2,0 Massen-%, davon höchstens 1,8 % in der Produktion und 0,2 % nach der Produktion[1].
Das Herzstück der Linie ist die Pelletpresse. Kollerwalzen drücken das Holzmehl in die Bohrungen der Matrize (Stahlring oder -scheibe mit Hunderten von Bohrungen im Durchmesser des Pellets. Länge und Form der Bohrungen bestimmen, wie stark das Material verdichtet wird.). Das durch die Presskanäle gedrückte Material erwärmt sich durch Reibung, das Lignin erweicht und verbindet die Partikel, und am Austritt schneiden Messer die Pellets auf Länge. Der Bohrungsdurchmesser bestimmt den Pelletdurchmesser – 6 oder 8 mm mit einer Toleranz von ± 1 mm –, die Einstellung der Messer beeinflusst die Länge, die im Bereich 3,15–40 mm liegen muss[1].
Kühlen, Absieben und Verpacken
Kühlen
Das Pellet, das die Matrize verlässt, ist heiß und weich. Im luftdurchströmten Kühler kühlt es ab und härtet aus – das Lignin erstarrt und fixiert die Form. Nicht ausreichend gekühlte Pellets zerbröseln leichter. ENplus stellt hier eine konkrete Anforderung: Der Hersteller muss sicherstellen, dass lose Ware beim Verlassen des Werks nicht wärmer als 40 °C ist; wärmere Pellets dürfen nicht an Endkunden geliefert werden. Dieselbe Regel gilt für Händler[1].
Absieben
Nach dem Kühlen laufen die Pellets über ein Sieb, das den Feinanteil abtrennt – Staub und Bruch. Das Siebgut geht in der Regel zurück in den Prozess. ENplus legt hier zwei Grenzwerte für Partikel kleiner als 3,15 mm fest, bestimmt nach ISO 5370[1],[19]:
| Lieferform | A1 / A2 | Wo der Wert gemessen wird |
|---|---|---|
| Lose Ware, Big Bags, Silofahrzeuge | ≤ 1,0 % | Am Werkstor oder bei der Verladung für Endkunden |
| Sackware | ≤ 0,5 % | Am Werkstor, beim Abfüllen der Säcke |
Quelle: ENplus ST 1001:2022 (2. Ausgabe), Anhang A, Tabelle 4 und Fußnoten[1]. Für Klasse B gibt es keinen Grenzwert für Sackware.
Verpacken
Pellets werden in Säcke (z. B. 15 kg) oder Big Bags abgefüllt oder lose versandt. Ein ENplus-zertifizierter Sack muss u. a. eine Seriennummer tragen, die den Abfüller, das Werk und das Abfülldatum identifiziert[2] – so lässt sich eine Charge bei einer Reklamation zurückverfolgen.
Qualitätskontrolle im Werk
Mit dem Verpacken ist die Pelletproduktion nicht abgeschlossen. Der Hersteller entnimmt Proben nach festgelegten Verfahren – die Normen ISO 18135, ISO 21945 und ISO 14780 beschreiben Probenahme und Probenvorbereitung fester Biobrennstoffe[26] – und prüft sie intern, im Rahmen einer Zertifizierung zusätzlich in einem akkreditierten Labor.
Es lohnt sich, darauf zu achten, wo die Norm die einzelnen Parameter messen lässt. Die mechanische Festigkeit bestimmt ENplus an der Verladestelle auf das Transportmittel im Herstellerwerk[1], nach ISO 17831-1[18]. Das Ergebnis beschreibt also die Pellets, die das Werk verlassen. Jeder weitere Umschlag, jeder Transport und jedes Umfüllen reibt die Pellets ab – deshalb sind ein gut geführtes Lager und ein sorgfältiger Transport genauso wichtig wie die Presse selbst.
Was das für Käufer bedeutet
- Den Prozess erkennt man weder am Namen noch an der Farbe. Helle und dunkle Pellets können gleich gut sein; die Farbe hängt von Holzart, Rinde und Presstemperatur ab.
- Fragen Sie nach Analyseergebnissen der Charge. Wassergehalt, Asche, mechanische Festigkeit und Feinanteil sind direkte „Spuren“ der Prozessqualität. Wie man einen Prüfbericht liest, erfahren Sie im Bereich Laboranalysen.
- Prüfen Sie den Sack nach dem Öffnen. Viel Staub am Boden eines frischen Sacks deutet auf unzureichende Absiebung, wenig feste Pellets oder einen schlechten Transport hin.
- Überprüfen Sie das Zertifikat in der Datenbank. Das Zertifizierungssystem umfasst die Produktionskontrolle, aber nur, solange das Zertifikat gültig ist – prüfen Sie das auf der Seite Zertifikate überprüfen.
Häufige Fragen
Wird bei der Pelletherstellung Leim zugesetzt?
Nein. Zusammengehalten werden Pellets vor allem durch Lignin – einen natürlichen Holzbestandteil, der beim Pressen erweicht. ENplus lässt Zusatzstoffe land- oder forstwirtschaftlichen Ursprungs zu, z. B. Stärke oder Maismehl, insgesamt bis 2 Massen-%.
Warum müssen frische Pellets vor dem Versand abkühlen?
Ein Pellet ist direkt nach dem Austritt aus der Matrize heiß und stabilisiert sich noch. ENplus verlangt, dass lose Ware beim Verlassen des Werks nicht wärmer als 40 °C ist; wärmere Pellets dürfen nicht an Endkunden geliefert werden.
Quellen und Fußnoten
Vollständige Quellenliste und redaktionelle Grundsätze- [1]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgenehmigt am 18.06.2025, gültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Anhang A, Tabelle 4 (Grenzwerte) und Tabelle 5 (Rohstoffe). Die Grenzwerte sind identisch mit der 1. Ausgabe; geändert wurde die Methode zur Bestimmung des Feinanteils (jetzt ISO 5370).
- [2]
European Pellet Council / Bioenergy Europe, DEPIgültig ab 01.01.2026Zertifizierungssystemabgerufen am 11.9.2026
Abschnitt 7.2.3, Tabelle 3 – Pflichtangaben auf dem Sack.
- [13]
ISO / TC 2382021Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
Klassifizierung der Rohstoffherkunft (z. B. 1.1.3 Stammholz, 1.2.1 Rückstände aus der Holzverarbeitung).
- [15]
ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
- [18]
ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
- [19]
ISO 5370:2023 Solid biofuels — Determination of fines content in pellets (öffnet in einem neuen Tab)
ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
Ersetzt die zurückgezogene Norm ISO 18846:2016.
- [26]
ISO / TC 238Norm kostenpflichtiges Dokumentabgerufen am 11.9.2026
- [47]
Environmental Science and Pollution Research 31:33942–339592024Wissenschaftliche Quelleabgerufen am 11.9.2026
30 Pelletproben vom polnischen Markt; 10 erfüllten die Anforderungen an Festigkeit und/oder Feinanteil nicht.
Die Inhalte sind eine redaktionelle Aufbereitung der genannten Dokumente. Grenzwerte sollten Sie stets anhand der aktuellen Ausgabe der Norm bzw. des Dokuments des Zertifizierungssystems bestätigen.
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